Jahresfeste
Der Jahreskreis des Kirchenjahres

Viele Menschen, die inmitten des modernen Zivilisationslebens stehen, haben die lebendige Beziehung zu den feineren Nuancen des Jahreskreislaufs verloren - und damit auch die Empfindung für den tieferen Sinn der Jahresfeste. Die Menschen haben sich in ihrem seelischen Erleben weitgehend von den Naturrhythmen gelöst. Das hat seinen guten Sinn, denn nur so kann sich der Mensch auf Erden zu einem freien selbstverantwortlichen Wesen entwickeln. Aus dieser selbstbewussten Freiheit heraus hat er gelernt, sich als denkendes Subjekt den Naturobjekten gegenüberzustellen. Die Natur scheint ihm von abstrakten Naturgesetzen beherrscht zu sein. Diese sind es auch, so denkt er, die die kosmische Beziehung der Erde zur Sonne, und damit auch den Jahreskreislauf, regeln. Innerhalb gewisser Grenzen ist diese Anschauung auch durchaus richtig und fruchtbar - aber sie erklärt nur einen winzigen Teil der Phänomene, die mit dem rhythmischen Wechsel des Jahreslaufes verbunden sind. So wenig sich das Werk eines genialen Malers aus den mechanischen Gesetzen erfassen lässt, die während des Malens in seinen Fingern, in seiner Hand und in seinem Arm wirkten, so wenig läßt sich das Geistige, das im Jahreslauf waltet, naturgesetzlich fassen. Wesenhaft Geistiges waltet im Naturgeschehen. Auf unterster geistiger Ebene sind es die Elementarwesen, die als tätige Werkmeister in der Natur wirken und sich im Rhythmus des Jahreslaufes mit der Erde abwechselnd stärker verbinden oder lösen.